Hiermit oute ich mich als Benutzer des E-Mail-Programms Outlook Express (OE). Ich weiß, daß ich mich damit in den Augen der Nerds als DAU, Luser und angebliche Gefahr für die Netz-Gemeinde zu erkennen gebe. Und ich weiß, daß es zig Alternativen gibt, die noch viel mehr und das auch viel besser können. Ich habe fast alle ausprobiert. Und bin doch beim OE hängen geblieben, weil er genau das kann, was ich brauche. Auch habe ich ein riesiges Mail-Archiv, das andere Programme zwar importieren, aber nicht wie der OE gethreadet (d.h. nach dem Thema zusammenhängend sortiert) darstellen können. Punkt, aus, Ende der Debatte.
Was ihn für Nerds so verdammenswert macht, ist die Tatsache, daß der OE bei der Verbreitung aller in den letzten Jahren aufgetretenen Computer-Viren eine unrühmliche Rolle spielte. Viele davon sind speziell für den OE und seinen großen Bruder Outlook gezüchtet worden. Damit haben die Warner recht. Die Anfälligkeit für Angriffe ist die Kehrseite der leichten Bedienbarkeit des Mailers.
Microsoft hat Outlook und OE so gestaltet, das sie für Jeden, der nur den Einschaltknopf des Computers bedienen kann, sofort benutzbar sind. Die Standard-Einstellungen erlauben alle Aktionen und lassen alle Gimmicks zu, öffnen damit aber auch alle Tore für böswillige Angriffe aus dem Netz. Die feste Integration in das Betriebssystem Windows machen ihn zwar schnell, gefährden gleichzeitig aber die Sicherheit des gesamten Computers. Dabei könnten schon ein paar individuelle Einstellungen OE genau so sicher machen wie andere Mailer auch. Aber: 100%ige Sicherheit gibt es nirgends, auch nicht unter Linux. Und: das größte Sicherheitsrisiko sitzt immer vor dem Computer.
Deswegen ist es wichtig, zuerst einmal alle allgemein gültigen Tipps zum Schutz vor Viren, Trojanern und Dialern im Internet zu befolgen. Nur zur Information: Im Monat September 2002 habe ich 7 virus-verseuchte Mails erhalten, im September 2004 waren es schon 145 und im September 2005 299. Mein Viren-Scanner hat alle erfolgreich abgewehrt, ich halte ihn aber auch stets auf dem aktuellen Stand und hole mir alle paar Tage (!) die neuesten Viren-Definitionen aus dem Netz.
E-Mail-Viren können nur als Mail-Anhang oder als Bestandteil von HTML-Mails übertragen werden, in reinen Text-Mails sind sie ungefährlich. Während HTML im Internet Explorer inzwischen weitgehend sicher vor bösartigen Scripts ist, ist es das im Mailer leider nicht. Die Programmierer von Viren nutzen genau das aus. Alleine durch das Öffnen oder Ansehen einer HTML-Mail in der Vorschau kann man sich einen Schädling auf dem Computer holen ohne das man etwas davon merkt. Das ist jetzt nicht allein die Schuld von Microsoft, sondern liegt an den unterschiedlichen Internet-Protokollen die dabei verwendet werden. Und leider kann man HTML-Mails nicht von außen erkennen....
Format immer noch festlegen.Extras - Optionen -
Lesen. Eingehende HTML-Mails werden dann in das virensichere Nur-Text-Format
umgewandelt, die Original-Mail ist in einem Anhang dabei (man sieht es an der
Büroklammer). Dann kann man bei Bekannten immer noch entscheiden, ob man ihre
Mails im HTML lesen will oder nicht. Diese Option im OE war längst
überfällig und das alleine lohnt ein Update. Hier ist ein
Bildschirmfoto dieser wichtigen Einstellung.Ja, du hast richtig gelesen: Hier geht es nicht nur um die sichere Einstellung des E-Mail-Programms, sondern um die Einstellung des Benutzers, also deine. Das größte Sicherheitsrisiko sitzt nämlich immer vor dem Bildschirm. Hier sind es vor allem drei Punkte, die unbedingt zu beachten sind:
OE FAQ - Häufig gestelle Fragen zu Outlook Express
ständig aktualisierte FAQ aus den deutschen OE-Newsgroups
Inside Outlook Express
englisch sprachige Informationen zu OE
Bekannte Fehler in Outlook Express
sie sind schon lange bekannt und noch nicht behoben
Learn To Quote - "Nettiquette" für ordentliches Zitieren
man kann nicht oft genug darauf hinweisen, deutsch sprachig
Internet Explorer Tipps und Tricks
eine riesige Fundgrube für alle Probleme, von Marci Castro
WinFAQ
Häufig gestellte Fragen zu Windows