"Backups sind nur was für Warmduscher." Klar, aber da
ich auch nicht auf den Komfort einer morgendlichen warmen Dusche verzichten möchte
und gelegentlich Windows neu installiere (ich liebe format c:), hat sich
folgendes einfache und schnelle System der Datensicherung für mich bewährt.
Windows hat die dumme Eigenschaft, im Laufe der Zeit immer langsamer und träger
zu werden. Das hat zum einen die Ursache darin, daß einmal installierte Programme
und Programmversionen sich nie wieder vollständig entfernen lassen. Immer bleiben
Reste zurück, sei es in der Registry oder bei den Modulbibliotheken. Des weiteren
hat gerade die Registrierungs-Datenbank die Tendenz, sich immer weiter aufzublähen
und ihre Abarbeitung damit zu verlangsamen. Jeder der einmal mit format c:
seine Festplatte geputzt und Windows wieder neu aufgespielt hat, wird sich über
die neu bzw. wieder gewonnene Schnelligkeit seines Systems gefreut haben.
Darum macht die Spiegelung einer in die Jahre (oder auch nur Monate oder Wochen) gekommene Windows-Installation auf eine andere Festplatte oder DVD überhaupt keinen Sinn in Bezug auf die Sauberkeit des Betriebssystems. Lediglich ein jungfräuliches, frisch installiertes Windows, eventuell zusammen mit Service-Packs und den Programmen, die man auf jeden Fall wieder verwenden will und für die es keine neuen Updates gibt (z.B. meine geliebte alte Office-Version), kommt für eine Spiegelung in Betracht. Darum ist die Frage falsch gestellt: nicht Spiegelung oder Backup, sondern Windows oder Windows-Spiegelung und Backup ist die Alternative.
Natürlich macht es keinen Sinn, Dateien noch einmal zu sichern, die man sowieso schon auf CD oder Diskette hat, etwas Windows selber und alle Programme, die auf eigenen Datenträgern vorliegen.
Wichtig für ein Backup sind all die Dateien, die man selber erstellt hat, etwa Texte, Briefe, Bilder, E-Mails, Favoriten / Lesezeichen / Bookmarks, Konfigurations-Einstellungen usw., die man aufheben oder auf einem neuen System wieder verwenden will. Dazu kommen alle kleineren Programme, Tools und Spiele sowie Updates und Treiber, die man auf keiner CD hat, sondern aus dem Internet geladen oder von Zeitschriften-CDs installiert wurden, die inzwischen nicht mehr vorhanden sind.
Für das Sichern dieser Programme, Treiber und Updates habe ich
zwei Ordner angelegt, Archiv aktuell und Archiv alt.
In den ersteren Ordner kommen alle, aber auch wirklich alle, Dateien, die ich auf jeden
Fall weiter benutzen will und die sich auf keiner anderen CD befinden. Habe ich
Windows später einmal auf einer leeren Festplatte neu eingerichtet, werden diese
Programme und Updates ebenfalls installiert. Und schon habe ich mein Wunsch-System
wieder hergestellt.
In den Alt-Ordner kommen die Dateien, die nur zweite Wahl sind. Es ist schön daß ich weiß daß ich sie habe, aber sie müssen nicht unbedingt immer dabei sein. Und da weniger Programme Windows auch weniger anfällig und weniger schwerfällig machen, werden sie auch nur dann installiert wenn ich sie unbedingt brauche. Dieser Ordner muß auch nicht bei jedem Backup gesichert werden.
Wichtig ist, daß im aktuellen Archiv-Ordner nichts fehlt und alles auf dem neuesten Stand ist. Vor jedem Backup gehe ich durch diese Dateien und verschiebe alles, was ich in den letzten Monaten nicht gebraucht habe, in den Alt-Ordner. Und aus diesem lösche ich alles, was sich erledigt hat oder was ich wohl nicht wieder verwenden werde. Notfalls hab ichs ja in einem alten Backup.
Dieser Ordner ist der, den ich bei einem Backup auf CD brenne. In ihm liegen alle
persönlichen Dateien: Texte, Briefe, Mails, Bilder, Webseiten etc.,
also alles, was ich selber erstellt habe. Dazu kommen Konfigurations-Dateien
und Registrierungs-Codes und der gezipte Ordner Archiv
aktuell.
Es hat sich als sinnvoll erwiesen, all diese Dateien in ihren Ordnern zu komprimieren. So ergeben sich etwa 15 zip-Dateien, die das Verzeichnis übersichtlich halten und mit dem Datum ihre Aktualität nachweisen. Neben einigen persönlichen Ordnern enthält das Backup-Verzeichnis folgende gezipte Dateien:
regedit /e [Backup-Ordner] [Registry-Mail-Rules-Schlüssel]Archiv aktuell
wird gezipt und in den Backup-Ordner kopiert. Gelegentlich auch Archiv alt.Das Sichern aller Dateien auf CD geschieht bei mir wie wohl überall viel zu selten. Aber es geht schnell und einfach. Das Aktualisieren des Backup-Ordners und das Brennen auf CD nimmt keine halbe Stunde in Anspruch. Dafür habe ich dann alles zusammen auf einer Disk was ich brauche, um Windows und alle Programme auf einer frisch formatierten Festplatte wieder in den Zustand zu versetzen, den ich mir zum praktischen Arbeiten sinnvoll und individuell konfiguriert habe. Und Platten-Crashs stellen keine potentielle Bedrohung mehr dar.