14.04.2000 - 01:02

Goeran hat mir `ne Mail geschickt und mir mitgeteilt, dass er im Dschungel festsitzt und nich weiss ob er bzw. ich nach La Paz kommen koennen...
Hast Du das in der Tagesschau mitbekommen und -verfolgt?

11.04.2000
Regierung in Bolivien lenkt ein
Nach einwöchigen gewaltsamen Protesten im ganzen Land hat die bolivianische Regierung eine Gebührenerhöhung für Wasser in der Stadt Cochabamba am Montag wieder zurückgenommen. Er hoffe, dass der Konflikt damit beendet sei, erklärte Vizeinnenminister Guido Orias nach der Einigung mit den Demonstranten, Vertretern der Katholischen Kirche und örtlichen Regierungsbeamten. Tausende Demonstranten, die sich auf dem Hauptplatz der drittgrößten bolivianischen Stadt versammelt hatten, zogen daraufhin ab. Die Unruhen hatten am 3. April in Cochabamba begonnen, als die Regierung die Gebühren für Wasser um 20 Prozent erhöhte. Den Protesten, die das Leben in der Stadt nahezu lahm legten, schlossen sich landesweit Bauern, Lehrer und Studenten an. Bei Zusammenstößen mit Soldaten wurden sechs Menschen getötet. Die Regierung wollte mit der Preiserhöhung nach eigenen Angaben die Kosten für eine Verbesserung der Wasserversorgung decken. Die Demonstranten kritisierten, dass die Wassergebühren in Cochabamba damit umgerechnet etwa 60 Mark kosteten, was sich die Hälfte der 500.000 Einwohner nicht leisten könne. Nach Regierungsangaben zieht sich das internationale Konsortium Aguas del Tunari, das das Projekt zum dringend nötigen Ausbau des Wasserversorgungs- und Kanalsystems hätte finanzieren sollen, aus dem Land zurück. Die 20-prozentige Preiserhöhung sei damit hinfällig, allerdings hat das Projekt nun auch keine finanzielle Basis mehr. Der Kongress in La Paz will darüber hinaus Änderungen an einem geplanten Hygienegesetz vornehmen, demzufolge Einwohner und Bauern für das Graben von Brunnen Gebühren zahlen sollten. Ferner sollen einige der 20 festgenommenen Anführer der Demonstrationen freigelassen werden.
© ARD-aktuell

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