Toms Stichpunkte rund ums Web
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Die Zeit ist reif für CSS und XHTML

Dieses ist eine veraltete Seite, die aktuelle Fassung gibt es hier.

HTML hat sich als betriebssystem-unabhängige Sprache des Internets in den letzten Jahren zum weitverbreitetsten Dateiformat der Welt entwickelt. Ein sauber geschriebenes HTML-Dokument kann mit jedem Browser auf jedem Computer (oder einem anderen Ausgabegerät) unter jedem Betriebssystem dargestellt werden.

Dabei ist es weder eine Programmiersprache noch eine Seitenbeschreibungs-Sprache, obwohl viele Webdesigner das gerne so hätten. Es ist eine Textauszeichnungs-Sprache, die logische Elemente einer Webseite wie Überschriften, Absätze, Tabellen oder Grafiken darstellen kann. Sie beschreibt, was dargestellt werden soll, nicht wie die verschiedenen Browser dieses umsetzen. HTML sollte und kann nie das Design einer Seite eindeutig festlegen.

War das Internet anfangs eine Sache von Wissenschaftlern, denen es vor allem um Inhalte und nicht deren "schicke" Verpackung ging, hat es sich mit seiner Ausbreitung grundlegend gewandelt: heute erscheint das Design nicht nur gleichbedeutend sondern teilweise wichtiger als die Inhalte zu sein, die vielbesuchten Webseiten der Fernsehsender mögen dafür als Beispiel dienen.

Wie bekommt man HTML jetzt dazu, ein vom Designer gewünschtes Erscheinungsbild abzubilden? Man benutzt Tabellen, nicht um tabellarische Daten darzustellen, sondern um Texte und Bilder auf einer Seite anzuordnen. Alle gängigen Browser unterstützen auch verschachtelte Tabellen inzwischen einigermaßen sicher - auf einem normalen Computer. Doch es gibt auch andere Darstellungsmedien wie Web-TV, Palm, Pocket-PC, PDA, Organizer, Smartphones, WAP- und UMTS-Handy, ein Display im Auto, Vorlesegeräte, Webrobots etc., die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Und hier ist das Tabellen-Design am Ende. Was auf einem 17"-Monitor gut aussehen mag, ist auf einem UMTS-Handy nicht mehr darstellbar. Und wie soll ein Lesegerät eine Design-Tabelle in Sprache umsetzen: wo fängt ein Text an und wo geht er weiter?

HMTL in seiner bisherigen Form hat ausgedient und wird nicht mehr weiterentwickelt. XHTML ist der neue Standard, eine Kombination aus HTML mit der Syntax von XML. Ein Merkmal von XHTML ist die saubere Trennung von Inhalt und Gestaltung einer Webseite. Ein XHTML-Dokument enthält nur noch das was auf der Seite erscheinen soll, ein dazugehöriges CSS-Stylesheet beschreibt wie es dargestellt wird. Soll das Dokument jetzt vorgelesen, gedruckt oder auf einem kleineren (und eventuell nicht grafikfähigen) Ausgabegerät erscheinen, muß nur das Stylesheet ausgetauscht werden. Und ein Robot, etwa der einer Suchmaschine, will gar keinen Layout-Code zwischen dem Inhalt "sehen". Die Ersteller von Webseiten werden sich umstellen müssen.

Doch warum gibt es bisher so wenige Webseiten, die die XHTML-Empfehlungen aus dem Jahre 2000 oder den CSS-Standard von 1996 umsetzen? Es sind nicht die gängigen Browser, die beherrschen das relativ gut, sondern die Antiquitäten im Netz, die die Regeln nicht interpretieren können. Ein besonders hartnäckiger Verweigerer neuer Entwicklungen ist der ehemalige Marktführer Netscape in der Version 4.x, der inzwischen über 6 Jahre alt alt ist und noch immer einen Marktanteil von 5 - 10 % hält. Welche Website kann es sich erlauben, eine derart große Anzahl von Besuchern auszuschließen? Kommerzielle Seiten wie Amazon, Bertelsmann, Quelle oder Otto tun es nicht oder erst sehr spät, denn der Konkurrent ist nur einen Mausklick entfernt.

Anfangs waren es nur die Webbastler, die HTML-Code-Fresser, die sich in die neuen Formen der Erstellung von Websites einarbeiteten und sie propagierten. Es folgten die Verfechter der Web-Zugänglichkeit, die Menschen mit Behinderungen, vor allem Blinden und Schwachsichtigen, die Teilnahme am Internet erkämpften. Deren Argumentation haben sich viele Regierungen angeschlossen und Accessibility-Gesetze eingeführt. Genau so wie öffentliche Gebäude und Straßen auch für Rollstuhlfahrer zugänglich zu sein haben, müssen demnächst auch Internet-Seiten von Behörden für jeden lesbar sein: Web ohne Barrieren.

Nach und nach finden sich weitere Befürworter des neuen Designs. Die Illustrierte Stern und der Jeans-Hersteller Lee wollten ihre Internetkosten begrenzen durch reduziertes Traffic-Volumen bei steigenden Besucherzahlen, da CSS-Seiten wesentlich schlanker sind als ihre mit Layout-Code gefüllten alten Seiten. Außerdem hat sich herum gesprochen, dass Suchmaschinen Webseiten mit viel Inhalt und wenig Formatierungscode schätzen, dem entsprechend höher bewerten und besser platzieren.

Auch diese Website ist vollkommen ohne Design-Tabellen und nach den XHTML- und CSS-Spezifikationen entwickelt, mit strikter Trennung von Inhalt und Layout, und damit weitgehend barrierefrei. Wer will, kann es nachprüfen: am Fuß jeder Seite sind die Links zu den Validatoren des w3c, des World Wide Web Consortiums, das die Standards regelt. Diese und alle anderen Seiten sollten dort weder Fehler noch Warnungen erzeugen. Allerdings hat dieses einen Preis: Benutzer von Oldie-Browsern wie Netscape 4.x können hier zwar alle Inhalte lesen, erhalten jedoch nur ein bescheidenes Design. Content für alle - Gestaltung für diejenigen, die etwas damit anfangen können.

Damit auch Benutzer von modernen Browsern einen Eindruck davon bekommen, wie diese Seite design-los aussieht, also wie Benutzer von Netscape 4, die Robots der Suchmaschinen und die Lesegeräte für Blinde sie "sehen", kann man hier das Stylesheet deaktivieren, das für die Gestaltung dieser Seite verantwortlich ist. Ein erneuter Klick auf den Link oder eine Aktualisierung dieser Seite bringt das normale Aussehen zurück.

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