Tipps & Tricks gegen Spam
Was tun gegen E-Müll im Posteingang?
Spamming
ist der Versand unverlangter (kommerzieller) Massenmails und eine Plage im Internet.
Die Spammer setzen ausgeklügelte Methoden ein um so viele E-Mail-Adressen wie
möglich zu ergattern und bombadieren sie dann mit ihren Angeboten. Wird eine
E-Mail-Adresse irgendwo im Netz veröffentlicht, ist so gut wie sicher, daß
sie schon bald in den Adresslisten der Spammer landet.
Spam ist ein lukratives Geschäft. Es finden sich immer Doofe, die ihren Penis enlargen
wollen oder auf den Geldsegen aus Nigeria hoffen, wenn man das Angebot nur weit genug streut.
Ein Beispiel aus dem Juli 2003 zeigt, wieviel man durch eine einzige Spamaktion verdienen kann:
Warum gibt es so viel Spam?
Es sind weltweit nur eine Handvoll Spammer, die 90% allen E-Mülls produzieren.
Egal ob nationale Gesetze es verbieten wollen, wir werden mit diesem Dreck leben müssen
solange wir mit E-Mail umgehen. Aber es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die man einsetzen
kann um sich unerwünschte Mails vom Hals zu halten.
Für den Rest hilft nur die Löschen-Taste.
- Schaffe dir einen virtuellen Papierkorb an. Lege dir bei einem
Freemailer wie GMX oder
Web.de eine Adresse zu, die du aber nie wieder
besuchst oder abrufst. Die benutzt du dann, wenn du dich irgendwo mit einer
E-Mail-Adresse registrieren mußt, von diesem Anbieter aber keine weiteren
Nachrichten erhalten willst. Das ist besser als eine falsche Adresse anzugeben, denn
manche Dienste checken bereits bei der Anmeldung ob das Mailkonto wirklich existiert.
- Lege dir bei Bedarf eine kurzfristige E-Mail-Adresse zu.
Wenn du von einem Webdienst nur eine Antwort erwartest oder zwei, in Zukunft aber
nichts mehr von ihm bekommen möchtest, benutze den
Mailinator oder hole dir von
Spamgourmet eine temporäre Adresse.
Diese Dienste sind einfach und zuverlässig, alles weitere steht auf deren
Webseiten.
- Hinterlasse deine Adresse an so wenig Stellen wie möglich.
Wenn du dich in einem Weblog, Forum, Chat oder Gästebuch anmelden musst, aber keine
weiteren Mails darauf hin erwartest: gib keine E-Mail an oder nur den virtuellen Paperkorb.
Wende dich lieber direkt und persönlich an die Leute, mit denen du Kontakt aufnehmen willst.
- Lege dir für Mailinglisten und Newsgroups eine eigene
E-Mail-Adresse zu. Da diese Internetdienste häufig von Spammern nach
Adressen abgegrast werden und fast eine Garantie für Werbemüll sind, muß
man überlegt vorgehen. Erstelle für jede Liste einen eigenen Ordner in deinem
Mail-Programm und definiere Filterregeln, die alle Nachrichten gleich richtig einsortieren.
Dann legst du einen weiteren Ordner an, etwas "wahrscheinlich Spam",
in den alle Mails wandern, die über diese Adresse kommen aber nicht die Newsgroup
oder Mailingliste als Absender haben. Diesen checkt man ab und an, denn es landen darin
ja auch persönliche Mails von anderen Gruppenmitgliedern an dich. Der größte
Teil aber dürfte Spam sein, der dann aber nicht den Posteingang zumüllt.
Tipp: Benutzt du Outlook oder Outlook Express, kannst du den Spam-Ordner
als Unterordner von "Gelöschte Objekte" anlegen, dann werden die Mails
daraus beim Löschen direkt gekillt und nicht erst verschoben.
- Niemals auf Spam antworten! Auch wenn am Ende einer
Werbemail steht "Wenn Sie keine weiteren Nachrichten von uns erhalten wollen,
klicken Sie hier." - tue es nicht. Denn statt Folgemails abzubestellen,
bestätigst du nur, daß es sich um eine aktive Adresse handelt und
erhältst noch mehr Werbemüll. Auch der Besuch einer Webseite über
einen Link in der Nachricht bestätigt nur, daß du ihren Kram gelesen hast.
- Framstags freundlicher Folter-Fragebogen. Diese Antwort
auf Spam darf man nur bei dummen deutschen Absendern anwenden, also Firmen, die meinen, Sie
hätten ein Recht darauf, ihren Kram per Massen-Mail bekannt zu machen.
Anonyme professionelle Spammer aus Asien oder Amerika trifft man damit nicht, im Gegenteil,
denen bestätigt man nur die Gültigkeit einer Mail-Adresse. Aber Firmen mit Sitz
in Deutschland kann man mit
Thoms Fassung von Framstags freundlichem Folter-Fragebogen
(kurz TFFFFF) durchaus in die Schranken weisen, denn ihr Spam und die damit verbundene
Speicherung deiner persönlichen Daten verstößt gegen das Bundesdatenschutzgesetz.
Die darin enthaltenen Rechte des Verbrauchers sollte man ruhig in Anspruch nehmen, vor allem,
wenn man Spammern damit Arbeit und Ärger bereiten kann.
- Beschwere dich beim Provider oder Hoster des Absenders.
Wenn der Spam über einer Web-Dienst kommt, lohnt sich eine Meldung an diesen Anbieter.
T-Online, AOL, GMX und andere reagieren drastisch auf Spam durch ihre Kunden, ihr Mailkonto
können die Spammer wohl abschreiben. Die Beschwerde-Adresse lautet immer abuse@[...].
Auch wenn der Müll-Versender eine eigene deutsche Domain besitzt, kann man über
die Denic den Hoster (tech-c, zone-c) ermitteln und
sich an den mit einer Beschwerde wenden. 1und1, Schlund und fast alle anderen Anbieter haben
Passagen in ihren Vertragsbedingungen, die den Spam-Versand über ihre Server verbieten.
Ich habe mir dazu einen Standardtext (auf deutsch und englisch) erstellt, den ich dann mit
der gesamten Mail einschließlich Header in die Spammmeldung einfüge.
Allerdings können die Anbieter nur tätig werden, wenn der Werbetreibende
nicht eine gefälschte Adresse angegeben hat, was bei professionellen Spammern
meist der Fall ist. Man erwischt so also nur die Doofen und Anfänger, nicht aber
die Massen-Nerver.
- Definiere Spam-Filter im Mailprogramm. Alle Mail-Programme
bieten solche Filter an, auch wenn diese manchmal anders benannt werden. In Outlook
(Express) heißt das zum Beispiel "Nachrichtenregeln". Hier sollte man
zuerst alle Absender-Domains festlegen, von denen man dauernd gespammt wird und über
die niemals Mails von Bekannten kommen. Die werden sofort gelöscht. Weiter kann man
Worte oder Wortkombinationen im Betreff oder Mailtext festlegen, die auch nur in Spam
vorkommen, etwa Lolita, enlarge + penis oder Chateinladung - die Liste ist beliebig
verlängerbar. Wenn du dir, wie oben schon vorgeschlagen, einen Ordner "wahrscheinlich
Spam" angelegt hast und dort hin Mails mit Begriffen verschiebst, die höchst
unwahrscheinlich in relevanten Nachrichten stehen, kannst du recht großzügig
mit solchen Filterworten umgehen. Diesen Ordner checkt man ab und an mal und löscht
den Rest gnadenlos und ungelesen.
- Installiere ein Spam-Filterprogramm.
Da Spamming eine Massenplage geworden ist, gibt es inzwischen zahlreiche Programme, die
Abhilfe versprechen. Webwasher & Co sind bekannt und weit verbreitet, kosten aber Geld.
Ich empfehle statt dessen das kostenlose
SpamPal, das ich seit vielen
Monaten erfolgreich einsetze. Es installiert sich zwischen DFÜ-Netzwerk und
Mailprogramm, holt die Kennungen von Spam-Mails aus diversen im Internet kursierenden
Blacklists und verschiebt sie in einen Spam-Ordner. Die Erkennung läßt sich
auf nahezu 100% steigern, wenn man zusätzlich das
Bayesian Filter-Plugin installiert
(und, wichtig, es auf seinen Spam "trainiert"). Diese Kombination erfasst bei
mir nahezu allen E-Müll, Falschmeldungen sind nach der Lernphase sehr gering.
Eine dataillierte deutsche Anleitung findet sich auf der
SpamPal-Webseite.
- Spam-Filterung ist Sache des Users, nicht des Providers.
Jeder der ein GMX-Mailkonto führt kennt deren Spamfilter, der seit Mai 2003 aktiv
ist: Fast alle Spam-Nachrichten werden erkannt und in einen Spam-Ordner verschoben.
Man erhält täglich eine Nachricht mit allen dort hin verschobenen Mails, kann
sie im Fall einer Falschmeldung wieder heraus holen, ansonsten lässt man den Ordner
nach beliebiger Zeit automatisch leeren. Das ist noch ein besseres Beispiel für
Spamfilterung durch den Provider, schlecht ist dagegen die Praxis bei Web.de und anderen
Mail-Anbietern. Alle Adressen, die nicht im persönlichen Adressbuch stehen oder
extra frei geschaltet wurden, werden als Spam angesehen und nicht zugestellt. Man muss
sie einzelnd in deren Webmailer einsehen und bewerten. Neue Kontakte, etwa über
eine Webseite, werden so erschwert, im besten Fall nur verzögert, wahrscheinlich
verschwinden sie aber im Web-Nirvana. Nein, mein Provider hat kein Recht, mir Teile
meiner Mails vor zu enthalten. Ich will selbst entscheiden was ich lesen will und was
Spam ist. Unterschlagene Mails sind noch schlimmer als unerwünschte Mails!
Ich plädiere eindeutig für einen eigenen Desktop-Mailfilter wie
SpamPal.
- Nicht ärgern - löschen.
Ganz los wird man den E-Mail-Müll nie, genau so wenig wie die Werbung aus dem
Briefkasten der Schneckenpost oder als Beilage in Zeitungen und Zeitschriften.
Da hilft nur eines: ohne nachzudenken ungelesen löschen, das kostet nur einen
Mausklick.
Wer jetzt noch wissen möchte, warum Spam Spam heißt
und wie man sich statt zu ärgern darüber lustig machen kann, der lese den
Spam-Abschnitt auf meiner
Kunterbuntes-Seite.