Als Kalauer definiert die Wikipedia "ein einfaches Wortspiel, entweder mit Wörtern gleichen Klanges, aber ungleicher Schreibweise und Bedeutung, oder mit Wörtern von gleicher Schreibweise und verschiedener Bedeutung. Manchmal werden auch die Bezeichnungen Flachwitz oder Plattwitz verwendet, da bei Kalauern in der Regel eine eher geringe 'Lustigkeit' zumindest in Kauf genommen oder sogar ironisch eingesetzt wird. Viele Kalauer beziehen daher ihren eigentlichen Witz aus dem Umstand, dass sie dadurch als schlechte Witze gelten."
Eine selbstbezügliche Definition ist auch "Kalauer sind die Buchstaben A bis J" - "???" - "Weil die alle auf das K lauern!"
Wer mag sich schon mit solchen Kalauern schmücken? Na, die Bewohner von Calau natürlich, einer Kleinstadt in der brandenburgischen Niederlausitz, die sich in der dort gebräuchlichen sorbischen Sprache mit K schreibt, und als Herkunftsort der Kalauer gilt.
Die Kalauer aus Calau sind so platt, dass noch nicht einmal ein Wortspiel in ihnen erkenntlich ist. Beispiele gefällig? (Alle aus der Rubrik Kalauer des Monats der örtlichen Homepage)
Warum nennt man unsere Sprache eigentlich Muttersprache? - Weil Papi nie zu Wort kommt!
"Sagen Sie mal bitte, wo ist denn die andere Straßenseite?", fragt ein Passant. - "Na da drüben!", antwortet ein Spaziergänger. - "Komisch, die Leute da drüben haben mich immer hier rüber geschickt!?"
Treffen sich zwei Weihnachtsmänner. Meint der eine: "Hast Du schon gehört, nächstes Jahr fällt Heilig Abend auf einen Freitag!?". Sagt der andere: "Na hoffentlich nicht auf 'n 13."
Die schlechten Witze haben Calau so berühmt gemacht, dass dort sogar ein Witze-Rundweg für Touristen eingerichtet wurde, so wie anderswo historische Rundgänge. An 20 Stationen können Besucher Calau'sche Kalauer lesen, zum Beispiel diese:
Warum laufen die Calauer immer ihre Absätze schief? - Weil auch in Calau die Erde rund ist.
Warum hat Korbmacher Krause eine Glatze? - Weil die Afrikaner Krauses Haar haben. (Korbmacher Krause gibt es übrigens wirklich und er hat tatsächlich eine Glatze.)
Zweimal im Jahr haben die Calauer tatsächlich echten Witz: am Gründonnerstag und am ersten Donnerstag nach Nikolaus (also gestern). An diesen Tagen wird Falschparkern statt einem Knöllchen ein Witz hinter die Scheibenwischer gesteckt. Dass dann zahlreiche Touristen in die Stadt kommen und natürlich alle falsch parken, die meisten von ihnen sogar mehrmals, nehmen die Calauer gern in Kauf: Es macht den Ort bekannt, fördert den Fremdenverkehr und dient dem einheimischen Gewerbe.
Der Lieblings-Kalauer der örtlichen Politesse ist übrigens:
Warum hat die Kirchturmuhr in Calau zwei Ziffernblätter? - Damit zwei Calauer gleichzeitig die Zeit ablesen können.
Wer am Gründonnerstag 2012 noch nichts vor hat: Treffen wir uns in Calau zum Falschparken?