Ein schönes Ereignis 2009

Einen schönen Sonntag Foto: CoolPhotos.de

Ich weiß nicht, was dein schönstes Ereignis 2009 war, aber an eines meiner kann ich mich gut erinnern: Am 2. Dezember las ich morgens beim Frühstück in meiner Tageszeitung zwischen lauter Horrormeldungen

Bundesverfassungsgericht schützt Sonntagsruhe

und freute mich. Die Karlsruher Richter haben damit ein Kulturgut verteidigt, das durch immer weiter reichende Aufweichungen verloren zu gehen drohte.

Sie gaben damit einerseits den Kirchen recht, die den Feiertag als festen Bestandteil ihrer Religionspraxis ansehen. Schließlich steht das 3. Gebot "Du sollst den Feiertag heiligen" noch vor dem Gebot "Du sollst nicht töten". Andererseits begründeten sie den sonntäglichen Ruhetag nicht rein christlich. Der Sonntag sei ein Tag der Familie, an dem alle (oder vielmehr die meisten) Menschen arbeitsfrei haben und gemeinsam etwas unternehmen können. Er sei ein Tag des Innehaltens im geschäftigen Alltag und hat damit eine gesundheitliche und seelische Bedeutung für alle Menschen.

Jedem, der am Sonntag gerne shoppen geht, sollte klar sein: Wären erst einmal die Geschäfte sieben Tage in der Woche geöffnet, würden alle anderen Berufszweige rasch nachziehen. Die Folge wäre, dass alle Tage gleich wären. Ohne freien Sonntag wären alle Tage Arbeitstage.

Sonntag im Bett

Ich selber wohne in der Fußgängerzone einer mittelgroßen deutschen Stadt und ich liebe die Sonntage. Es ist dann nicht leer in den Straßen, im Gegenteil, wenn das Wetter gut ist, sind sogar recht viele Menschen unterwegs. Aber das Leben spielt sich insgesamt eine Umdrehung langsamer ab. Es gibt kein Gehetze, kein Geschiebe, keinen Kommerz, keine plärrenden Kinder genervter Eltern - statt dessen Gespräche überall, nicht nur in den voll besetzten Cafés, spielende Kinder, die Menschen schlendern, gucken, verweilen. Und man hört Menschen auf der Straße lachen! Ich entdecke sonntags sogar in "meiner" Stadt immer wieder neue Kleinigkeiten des Alltags, Details an Fassaden, neue Geschäfte, witzige Dekorationen, schöne Hinterhöfe, Straßenkunst, Plakate von Veranstaltungen,... die ich an normalen Werktagen einfach nicht wahrnehme, wenn ich zielgerichtet durch die Menschenmenge renne. Ja, ich liebe den Sonntag in der Stadt.

Und an diesem Samstag, den Tag vor dem 3. Advent, gehe ich auf eine Party und brauche dabei nicht auf die Uhr zu sehen. Denn morgen haben ich und alle anderen Anwesenden arbeitsfrei.

Danke, Bundesverfassungsgericht!

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