Es gibt keine dummen Fragen,
es gibt nur dumme Antworten

Heute, am 10. Dezember, werden wie jedes Jahr die
Nobelpreise vergeben.
Die Gewinner und ihre wissenschaftlichen Leistungen wurden in allen Zeitungen und
Nachrichten-Sendungen ausführlich gewürdigt. Auch wenn, ausser beim Friedensnobelpreis,
wohl kaum jemand versteht, worum es bei den Forschungen eigentlich geht - es wird auf jeden
Fall etwas sehr Wichtiges gewesen sein.
Das ist ganz anders beim
Ig-Nobelpreis, da weiß
jeder sofort worum es geht, auch wenn er nicht weiß, wofür das gut sein soll.
Die Preise gehen an Forscher für "Leistungen, die nicht wiederholt werden können
und nicht wiederholt werden sollen". Die Gewinner haben etwas vollbracht, "dass Menschen
zuerst zum Lachen brachte, dann zum Nachdenken". Ig ist übrigens keine Abkürzung
für irgendwas, sondern macht aus nobel (sprich: noble = ehrenhaft) ein ignoble
(= unehrenhaft).
Der Ig-Nobel-Preis(chen) 2011 wurde wieder von echten Nobelpreisträgern überreicht
Meine Damen und Herren, die
Ig-Nobelpreise 2011
gehen an...
(die Namen spare ich mir, es kennt sie sowieso keiner)
- Biologie: Die Entdeckung, dass sich männliche Prachtkäfer in Australien nur mit braunen Bierflaschen paaren wollen. Sie halten sie für überdimensionierte Weibchen und lassen von ihnen nicht mehr ab, bis sie tot umfallen. "Überoptimaler Auslöser" nennen Verhaltensforscher so etwas.
[ zur Studie ]
[ Prachtkäfer ]
- Chemie: Die Bestimmung der idealen Dichte von Wasabi-Geruch (scharfem Meerrettich), um schlafende Menschen im Falle eines Brandes oder einer anderen Notsituation zu wecken und für die Anwendung dieses Wissen, um den Geruchs-Alarmmelder zu entwickeln.
[ US-Patent für den Geruchs-Alarmmelder ]
- Medizin: Forscher aus mehreren Ländern fanden heraus, dass einige Menschen bessere Entscheidungen treffen, andere jedoch schlechtere, wenn sie einen starken Harndrang haben.
[ zur Studie ]
[ noch eine Studie ]
- Literatur: John Perry entwickelte die "Theorie der Strukturellen Verdrängung", in der es heißt: "Um ein Überflieger zu sein, arbeite stets an etwas Wichtigem, um zu vermeiden, etwas zu tun, das noch wichtiger ist."
[ Wie man etwas verdrängt und es trotzdem noch geregelt kriegt ]
- Mathematik: Dorothy Martin (USA) (sie prognostizierte, die Welt würde im Jahr 1954 untergehen), Pat Robertson (USA) (er prognostizierte, die Welt würde im Jahr 1982 enden), Elizabeth Clare Prophet (USA) (sie prognostizierte, die Welt würde im Jahr 1990 enden), Lee Jang Rim aus Südkorea (er prognostizierte, die Welt würde im Jahr 1992 enden), Credonia Mwerinde aus Uganda (sie prognostizierte, die Welt würde im Jahr 1999 enden) und Harold Camping (USA) (er prognostizierte, die Welt würde am 6. September 1994 enden und sagte später voraus, dass die Welt am 21. Oktober 2011 endet), für die Lehre an die Welt, vorsichtig zu sein, wenn jemand mathematische Annahmen und Berechnungen macht.
- Frieden: Arturas Zuokas, der Bürgermeister von Vilnius, Litauen, für den Nachweis, dass das Problem mit illegal geparkten Luxusautos gelöst werden kann, indem man sie mit Panzern überrollt.
[ siehe 7. Dezember ]
- Psychologie: Der Versuch zu verstehen, warum Menschen im Alltag seufzen.
[ zur Studie ]
- Physik: Der Grund, warum Diskuswerfern schwindlig wird und Hammerwerfern nicht.
[ zur Studie ]
- Physiologie: Die Studie, dass Gähnen bei allen Lebewesen ansteckend ist, nur bei den rotfüßigen Riesenschildkröten Geochelone carbonaria nicht.
[ zur Studie ]
- Öffentliche Sicherheit: Die Durchführung einer Reihe von Sicherheitsexperimenten, bei denen eine Person mit dem Auto auf einer Autobahn fährt, während ihr ein Visier wiederholt tief ins Gesicht klappt und ihr die Sicht nimmt.
[ zur Studie ]
Überoptimaler Auslöser ist hier die Bierflasche, nicht der Inhalt
Hier gibt es eine offizielle Einladung zur diesjährigen Preisverleihung als PDF zum Herunterladen. Leider ist sie nicht mehr viel wert, denn die Zeremonie fand bereits am 29. September 2011 im Sanders Theater der Harvard Universität, USA, statt.
Dafür noch eine Einladung: zum offiziellen Webcast der Veranstaltung (60 Sekunden)
Die 21. Preisverleihungs-Zeremonie des Ig Nobel Preises 2011 wurde live per YouTube übertragen. Hier ist das Video der kurzweiligen Veranstaltung (1:45 Stunden)